Ruth Asawa Retrospektive im MoMA: Lektionen in Hingabe und Form
Mein Mann und ich haben diese Woche einen großen Meilenstein erreicht: 25 Jahre zusammen. Natürlich haben wir in New York City gefeiert, und ich verbrachte Zeit im MoMA, um mich wieder mit Kunst zu verbinden, die meine kreative Praxis beflügelt.
25 Jahre in NYC feiern
Egal, wie oft ich New York City besuche, es beflügelt mich immer wieder – die Kunst, die Bewegung, die Menschen, sogar die Reizüberflutung (5th Ave, ich meine dich 😂). Es ist die Art von Ort, die mich daran erinnert, warum ich dieses Künstlerleben gewählt habe.
Zwischen Treffen mit Freunden und der Erkundung der Stadt nahm ich mir Zeit für das, was sich immer wie eine kreative Tankstelle anfühlt: das Museum of Modern Art.
Die Ruth Asawa Retrospektive im MoMA
Nichts fesselte mich so sehr wie die Ruth Asawa Retrospektive. Wenn Sie ihre Werke noch nicht persönlich erlebt haben, kann ich es nur wärmstens empfehlen. Ihre Skulpturen aus Drahtschlaufen sind faszinierend – zart und doch kraftvoll, minimalistisch und doch komplex.
Die Ausstellung zeigt Jahrzehnte ihres innovativen Schaffens, von ihren ikonischen hängenden Drahtformen bis zu ihren öffentlichen Kunstprojekten und Zeichnungen. Die Bandbreite ihrer Praxis an einem Ort zu sehen, ist sowohl demütigend als auch inspirierend.
Ruth Asawa: Eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit
Ihre Geschichte allein ist erstaunlich. Geboren als Kind japanischer Einwanderereltern, wurde Ruth Asawa während des Zweiten Weltkriegs zu Unrecht mit ihrer Familie inhaftiert. Doch selbst damals zeichnete und schuf sie weiter und hielt sich an der Kunst fest, die in einem der dunkelsten Kapitel Amerikas zu ihrem Rettungsanker wurde.
Später, am Black Mountain College – der legendären experimentellen Kunsthochschule – wurde sie von Visionären wie Josef Albers und Buckminster Fuller betreut. Ihre Neugier auf alltägliche Materialien führte sie zur Entwicklung der komplexen Drahtschlaufen-Skulpturen, für die sie heute gefeiert wird.
Teilweise inspiriert von Korbflechttechniken, die sie in Mexiko erlernte, verwischen ihre Formen die Grenze zwischen Skulptur, Zeichnung und Schatten. Sie wirken lebendig, atmen mit dem Licht, verwandeln sich, wenn man sich um sie herum bewegt.
Drahtskulptur als Zeichnung im Raum
Was Asawas Drahtskulpturen so fesselnd macht, ist, wie sie als dreidimensionale Zeichnungen funktionieren. Der Draht erzeugt Linien im Raum, und die von den Formen geworfenen Schatten erzeugen sekundäre Zeichnungen an Wänden und Boden.
Es ist Skulptur, Zeichnung und Lichtinstallation zugleich – eine völlige Neuinterpretation dessen, was Skulptur sein kann. Die Transparenz des Drahtes ermöglicht es, mehrere Schichten gleichzeitig zu sehen, wodurch Tiefe und Komplexität aus den einfachsten Materialien entstehen.
Lektionen in Hingabe und Experimentierfreude
Als Künstlerin ist es etwas Besonderes, eine solche Hingabe und Experimentierfreude zu sehen. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich die Art und Weise studierte, wie ihre Werke mit dem Licht atmen – wie etwas so Minimalistisches so kraftvoll sein kann.
Es erinnerte mich daran, wie wichtig es ist:
• Neugierig zu bleiben auf Materialien und Prozesse
• Über die eigene Komfortzone hinauszugehen
• Sich von Materialien leiten zu lassen, anstatt sie zu erzwingen
• Schönheit in Einfachheit und Wiederholung zu finden
• Durch Widrigkeiten und Herausforderungen zu bestehen
Asawas Werk zeigt, dass tiefgründige Kunst keine teuren Materialien oder große Gesten erfordert – sie erfordert Vision, Hingabe und die Bereitschaft zu experimentieren.
Der Einfluss auf meine Praxis
Obwohl sich meine Arbeit in der geometrisch-abstrakten Malerei stark von Asawas Drahtskulpturen unterscheidet, sehe ich Parallelen in unseren Ansätzen. Wir beide arbeiten mit Wiederholung, geometrischen Formen und dem Zusammenspiel von Licht und Schatten. Wir beide sind daran interessiert, wie einfache Elemente komplexe visuelle Erlebnisse schaffen können.
Ihre Hingabe an das Handwerk und ihre Fähigkeit, innerhalb eines begrenzten Repertoires an Materialien und Techniken unendliche Variationen zu finden, ist etwas, das ich in meiner eigenen Malpraxis anstrebe.
Warum das MoMA nie enttäuscht
Das Museum of Modern Art präsentiert konsequent Ausstellungen, die herausfordern, inspirieren und bilden. Ob es sich um historische Retrospektiven wie die Ruth Asawa-Ausstellung oder um wegweisende zeitgenössische Werke handelt, das MoMA bietet die Art von tiefgreifender Auseinandersetzung mit Kunst, die jeder Künstler braucht.
Für jeden, der New York City besucht, ist das MoMA unerlässlich. Für Künstler ist es ein Meisterkurs in Hingabe, Innovation und der Kraft der Vision.
Die Ausstellung erleben
Ich habe ein paar Fotos gemacht, aber sie kommen der Tiefe oder Zartheit ihrer Arbeit nicht annähernd nahe. Das Erlebnis selbst war die wahre Inspiration – wie sich die Skulpturen mit den Luftströmungen bewegen, die Schatten, die sie werfen, die meditative Qualität, in ihrer Gegenwart zu stehen.


Wenn Sie in New York sind, nehmen Sie sich Zeit für diese Ausstellung. Wenn Sie Künstler sind, ist sie ein Muss.
Geometrisch-abstrakte Kunst entdecken
Wenn Sie sich für Kunst interessieren, die Form, Licht und geometrische Präzision erforscht, lade ich Sie ein, meine Sammlung geometrisch-abstrakter Gemälde zu entdecken. Obwohl mein Medium anders ist als das von Asawa, verbindet die Hingabe zum Handwerk und die Erforschung der Form unsere Praktiken.
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